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Aufbruch wagen - Erste gemeinsame Tagung der Pfarrgemeinderäte

Vom 22.-23. Oktober erlebten 30 Mitglieder der Pfarrgemeinderäte aus den Gemeinden des Sendungsraumes ihren ersten gemeinsamen Klausurtag im katholisch-sozialen Institut (KSI) auf dem Michaelsberg in Siegburg.
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Datum:
23. Nov. 2022
Von:
Markus Vilain

Seit einiger Zeit sind unsere Seelsorgebereiche auf dem Weg, ein Sendungsraum zu werden, sich besser zu vernetzen, das Schöne und Gute, was in unseren Vierteln und in den Gemeinden durch viel Engagement möglich gemacht wird, besser und für alle gewinnbringender aufeinander abzustimmen. Die Seelsorgeteams treffen sich regelmäßig und knüpfen immer engere Verbindungen untereinander und auch der Koordinierungsrat, der sich aus unterschiedlichen Gremienvertreter:innen zusammensetzt, findet immer mehr seine Rolle. Der nächste logische Schritt war die vergangene gemeinsame Tagung der Pfarrgemeinderäte, die von den beiden PGR-Vorsitzenden Dr. Anne Stein (Bonn-Süd) und Isabel Fetsch (Melbtal) sowie Roberta Schulte (PGR St. Maria Magdalena und Christi Auferstehung) und dem koordinierenden Pfarrer Bernd Kemmerling vorbereitet wurde. 

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Die Tage folgten programmatisch einem Dreischritt: Zunächst ging es um die Wahrnehmung des eigenen Seelsorgebereiches: Welche Menschen, welche Zentren prägen unseren Seelsorgebereich? Wie sieht der „Sozialraum“ aus? Und: Wie sieht unser kirchliches Leben, unsere Pastoral, in diesem Sozialraum aus? Im zweiten Schritt stellten die Teilnehmenden sich gegenseitig die Räume und Seelsorgebereiche vor. Im dritten Schritt ging es um die Wahrnehmung des Ganzen, um das Erkennen der Gemeinsamkeiten und der Unterschiede, um herauszufinden, wie zukünftige Zusammenarbeit aussehen könnte. 

Mindestens genauso wichtig wie das „offizielle Programm“ waren die Gespräche bei den gemeinsamen Mahlzeiten, die Feier der Hl. Messe am Samstagabend und der lange Abend im Clubraum. Denn das ist besonders zur Geltung gekommen: Die Menschen, die sich zur Tagung versammelt haben, erfüllen ihr Ehrenamt mit Herzblut und großem persönlichem Engagement. Es war durchweg zu spüren, dass die Teilnehmenden sich nicht als „Funktionsträger“ und „Aufgabenerfüller“ begegnen, sondern zu allererst als Menschen, deren Herz für die Gemeinden und für andere Menschen schlägt. 

In dieser vertrauensvollen, positiven Atmosphäre war eine ehrliche Begegnung möglich. Es wurde betont, dass – bei allem Zusammenrücken und aufeinander Zugehen – das kirchliche Leben vor Ort spürbar bleiben muss. Es wurde ebenfalls betont, dass manche Grenzen in unserem Sendungsraum vollkommen willkürlich gezogen sind und dass es für alle von Vorteil ist, besser und intensiver in den Austausch zu treten und zu kooperieren. Es haben sich einige Initiativen gebildet, die nun ihre Arbeit aufnehmen. Z.B. in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Jugendseelsorge, etc.

Das Vorbereitungsteam hat sich als grundlegenden Bibeltext für diese Tagung den Auszug Israels aus Ägypten gewählt, einen Text, der vom unfreiwilligen Aufbruch in eine verheißungsvolle, aber ungewisse Zukunft erzählt. Pfarrer Pützer verglich die Tagung und den eigeschlagenen Weg mit einem Fallschirmsprung. „Wenn wir neue Wege gehen, ist es notwendig, vertraute Sicherheit zurückzulassen. Nur, wenn man den Schritt aus dem Flugzeug wagt, wird man mit dem unglaublichen Gefühl der Freiheit belohnt.“ Der Schritt in die Zukunft wird uns zugemutet; die Gemeinden suchen ihn sich nicht selber aus. Jedoch hat die Tagung Mut gemacht und zuversichtlich gestimmt. Es bleibt der Eindruck: Hier sind Menschen unterwegs, denen der gelebte Glaube und die damit verbundene Gemeinschaft sehr wertvoll sind. Diese Weggemeinschaft schafft Vertrauen und lässt – trotz allem – zuversichtlich in die Zukunft sehen. 

Markus Vilain, Pastoralreferent